Nach PISA ist vor PISA

Am 5. Dezember 2023 wurden die neusten Resultate von PISA 2022 veröffentlicht. Im Frühjahr 2024 findet bereits wieder die Piloterhebung für PISA 2025 statt. Was aber ist PISA genau? Wieso nimmt die Schweiz daran teil? Und wie erfolgt die Erhebung?

25.03.2024
Autoren/Autorinnen: Tiziana Fantini, Camil Würgler
Eine Lehrerin und zwei Schülerinnen in einem Klassenzimmer
Das von der OECD initiierte Programm PISA wird in der Schweiz von Bund und Kantonen gemeinsam getragen. Bild: Monique Wittwer

PISA steht für «Programme for International Student Assessment» und ist eine internationale Schulleistungsstudie, durchgeführt von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Studie misst die Kenntnisse und Fähigkeit von 15-Jährigen. Ziel von PISA ist es, den Erkenntnis- und Fähigkeitsstand der Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf die Anforderungen der heutigen Gesellschaft sowie zukünftige Herausforderungen zu erfassen.

PISA wurde erstmals im Jahr 2000 durchgeführt und wird seither in der Regel alle drei Jahre in einer wachsenden Zahl von OECD-Mitglieds- und Partnerländern wiederholt. Anhand einer Stichprobe, die für die Zielpopulation der 15-Jährigen im entsprechenden Land möglichst repräsentativ ist, misst PISA regelmässig die Leistungen in den Domänen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Eines der Fächer wird in jedem Durchführungszyklus besonders ausführlich getestet. Hinzu kommt jeweils eine innovative Domäne, die ebenfalls getestet wird. Die Schweiz nimmt bei PISA 2025 zum ersten Mal an der innovativen Domäne teil, es handelt sich dabei um LDW (Learning in a digital World).

PISA-Ergebnisse und deren Nutzen

Grundsätzlich bildet PISA drei Typen von Indikatoren, die wichtige Hinweise für das Schweizerische Bildungssystem und dessen Entwicklung liefern: 

  • Leistungsindikatoren bilden die Kompetenzen und das Wissen der Schülerinnen und Schüler ab;
  • Kontextindikatoren zeigen, wie die Leistungsergebnisse mit verschiedenen demografischen, sozialen, wirtschaftlichen und bildungsbezogenen Variablen zusammenhängen; 
  • Trendindikatoren beschreiben die Entwicklungen der Leitungs- und Kontextindikatoren im Laufe der Zeit.
Teilnehmende Länder
An PISA 2022 nahmen 40 OECD-Nationen und 53 Partnerländer teil.

Die PISA-Ergebnisse fliessen in zahlreiche bildungsrelevante Bereiche ein. Sie ermöglichen Bildungsinstitutionen sowie politischen Entscheidungsträgern, zentrale Faktoren zur Optimierung des Bildungssystems zu identifizieren. Weiter erlauben die Daten einen internationalen Vergleich von Bildungssystemen und können dazu beitragen, die Lernumgebung von Schülerinnen und Schülern zu optimieren. Basierend auf dem Kompetenzansatz überprüft PISA auch, wie gut Schweizer Schülerinnen und Schüler für zukünftige Anforderungen vorbereitet sind, sei es in schulischer, persönlicher oder beruflicher Hinsicht.

Die Qualitätssicherung spielt bei PISA eine sehr wichtige Rolle. Die Erstellung der Tests und Fragebogen, die Übersetzung der Fragen, die Ziehung der Stichproben, die Durchführung der Erhebungen und die Kodierung, Gewichtung und Auswertung der gesammelten Daten erfolgt nach international standardisierten Vorgaben und wird durch die internationalen Konsortien, die PISA leiten, kontrolliert.

Im Kurzinterview stellt sich Andrea Erzinger, nationale Projektkoordinatorin für PISA, interessanten Fragen.

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Naturwissenschaften im Fokus von PISA 2025

Im Jahr 2025 werden die Naturwissenschaften die Hauptdomäne  sein und besonders intensiv getestet. Weiter werden die Kompetenzen in den Fächern Lesen und Mathematik sowie die neue innovative Domäne «Learning in the Digital World» (LDW) getestet. Abschliessend werden im Fragebogen Fragen zu individuellen Merkmalen der Schülerinnen und Schüler sowie ihren Erfahrungen in der Schule gestellt.

Im April und Mai 2024 findet die Piloterhebung für PISA 2025 statt, die Haupterhebung ist für Frühjahr 2025 geplant. Die Ergebnisse werden Ende 2026 vorliegen.

PISA und die Schweiz

Die Schweiz beteiligt sich seit dem Jahr 2000 an PISA. Dies ist ein gemeinsam finanziertes Projekt von Bund und Kantonen. Die Kantone sind durch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) und der Bund durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) vertreten. Durchschnittlich nehmen ca. 7000 Schülerinnen und Schüler aus über 200 verschiedenen Schulen aus der ganzen Schweiz an der Erhebung teil. Für die nationale Koordination ist das Interfaculty Centre for Educational Research (ICER) der Universität Bern zuständig.


Kontakt
Camil Würgler, SBFI Projektverantwortlicher, Ressort Bildungsraum Schweiz camil.wuergler@sbfi.admin.ch +41 58 465 96 46
Autoren/Autorinnen
Tiziana Fantini
Camil Würgler

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