3 Fragen an Stuart McMuldroch, designierter Generaldirektor des CTAO

Dr. Stuart McMuldroch verfügt über einen PhD in Astronomie und mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Leitung grosser internationaler Projekte in akademischen, privatwirtschaftlichen und staatlichen Organisationen. Er wurde vor Kurzem zum Generaldirektor des CTAO ernannt.

20.09.2023
Autor/in: Simon Berger
Ein Porträt eines lächelnden Stuart McMuldroch
Dr. Stuart McMuldroch verfügt über einen PhD in Astronomie und mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Leitung grosser internationaler Projekte in akademischen, privatwirtschaftlichen und staatlichen Organisationen. Er ist neben Federico Ferrini zweiter Geschäftsführer des Vorstands der CTAO gGmbH und wurde vor Kurzem zum Generaldirektor des CTAO ernannt. Bild: zVg

Was hat Sie dazu motiviert, Generaldirektor des CTAO zu werden und welche langfristigen Ziele verfolgen Sie für das CTAO?

Ich bin sowohl Wissenschaftler als auch Manager, deshalb sagt mir die Rolle des Generaldirektors des CTAO sehr zu. Das CTAO wird hochempfindliche, hochaufgelöste Beobachtungen von Gammastrahlen ermöglichen und damit unsere wissenschaftlichen Fähigkeiten bedeutend erweitern. Und wir sprechen hier nicht von einem schrittweisen Ausbau des vorhandenen Wissens, sondern vielmehr von einer bahnbrechenden Entwicklung. Das ist es, was mich am meisten begeistert: Ein solches Observatorium verspricht revolutionäre Erkenntnisse, die wir derzeit nicht vorhersagen können.

Man erhält nicht oft die Chance, Generaldirektor eines bedeutenden internationalen Observatoriums zu werden, und schon gar nicht, wenn es sich um eine solch einzigartige Einrichtung mit einem derart grossen wissenschaftlichen Potenzial wie das CTAO handelt. Für jemanden wie mich ist das eine absolut einmalige Gelegenheit.

Das CTAO wird über ein Science Data Management Centre und vier Off-Site Data Centres verfügen. Welche Möglichkeiten eröffnet eine solche Struktur?

Die Technik, die uns ermöglicht, Gammastrahlen vom Boden aus zu beobachten, das heisst die Abbildung der Cherenkov-Strahlung aus hochenergetischen Teilchenschauern, ist extrem software- und datenintensiv. Wir stützen uns so stark wie kaum ein anderes Observatorium auf hochentwickelte Analysen, um die von uns erhobenen Daten zu wissenschaftlichen Informationen zu verarbeiten. Und wir werden erhebliche Datenmengen produzieren – mehrere Petabytes pro Jahr. Deshalb sind das Science Data Management Centre und die Off-Site Data Centres als Innovationshub und Schnittstelle zur wissenschaftlichen Nutzergemeinschaft von entscheidender Bedeutung. So gehe ich zum Beispiel davon aus, dass es uns dank der Zusammenarbeit gelingen wird, unsere Analysesoftware so zu verbessern, dass wir sogar aus Archivdaten neue Informationen herausholen können.

Wie wollen Sie mit der Öffentlichkeit in Kontakt treten und die Errungenschaften des CTAO einem breiteren Publikum zugänglich machen?

Viele Mitarbeitende am CTAO möchten die bereits unternommenen Anstrengungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen. Ich teile ihre Überzeugung, dass wir auf verschiedene Arten den Kontakt zur Öffentlichkeit suchen sollten und müssen. Insbesondere möchte ich, dass wir ein jüngeres Publikum erreichen, indem wir unsere Präsenz in den sozialen Medien verbessern, unseren Austausch mit lokalen Schulen verstärken und uns an unseren europäischen Standorten an wissenschaftlichen Veranstaltungen vor Ort beteiligen. In den nächsten Monaten werden wir eine aktualisierte Website mit neuen Videos und weiteren Inhalten aufschalten, um allgemein mehr Menschen anzusprechen. Unsere Arbeit ist äusserst spannend, deshalb sollten möglichst viele davon erfahren!


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Simon Berger, SBFI Wissenschaftlicher Berater, Ressort Internationale Forschungsorganisationen simon.berger@sbfi.admin.ch +41 58 462 11 33
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