Warum intergenerationelles Mentoring so wichtig ist

Die Schweizerische Studienstiftung bietet begabten, engagierten und leistungsstarken Studierenden ein vielfältiges Förderprogramm. Sie unterstützen junge Menschen dabei, ihren Platz in der Gesellschaft verantwortungsvoll auszufüllen. Es kommt oft vor, dass Personen, die ihrerseits früher Talentförderung erfahren haben, sich später als Mentorinnen und Mentoren engagieren.

17.06.2026
Autoren/Autorinnen: Claudia Lippuner, Irina Mayer
Porträt einer jungen Frau mit Brille.
Lara Gafner, Alumna der Internationalen Philosophie-Olympiade (2014 sowie 2015) und der Schweizerischen Studienstiftung (SST) – Präsidentin der Philosophie-Olympiade und Assessorin bei der SST, Bild: Wissenschafts-Olympiade

Die frühe Förderung wissensdurstiger, begeisterungsfähiger und kreativer Talente ist ein besonderes Anliegen der Schweizer Bildungspolitik. Deshalb unterstützt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) Akteure wie die Schweizerische Studienstiftung. Sie ermöglicht es unter anderem, dass sich herausragende Studierende international und intergenerationell vernetzen können. Oft sind Geförderte der Studienstiftung keine «Newcomer» im Bereich der Talentförderung. Viele haben ihre Begabung im Kontakt mit gleichaltrigen «Peers» aus aller Welt bereits an Wissenschafts-Olympiaden oder im Rahmen der Programme der Stiftung Schweizer Jugend forscht unter Beweis gestellt. Dies sind ebenfalls zwei schweizweit aktive Akteure mit Fokus auf die grenzüberschreitende Förderung junger Talente und des wissenschaftlichen Nachwuchses, die das SBFI gezielt unterstützt.

Bitte aktivieren Sie Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.

Der Ruf zum Abenteuer kam im Gymnasium

Begeisterungsfähig war Lara Gafner bereits im Gymnasium, obwohl sie es sich anfänglich nicht wirklich vorstellen konnte, gerade in ein so vielschichtiges Fach, wie die Philosophie es ist, einzutauchen. Sie berichtet im Interview mit dem Newsportal E2 von zwei Personen, die sie motivierten, an der Philosophie-Olympiade teilzunehmen und sich später für die Studienstiftung zu bewerben: Ihr damaliger Philosophielehrer und ein Alumnus der Philosophie-Olympiade sowie der Studienstiftung. Das grundsätzliche Interesse an der Fachdisziplin und die Freude am kritischen Denken packten Lara Gafner. 2014 zog sie mit an die Internationale Philosophie-Olympiade (IPO) in Vilnius (Litauen) und holte ein Jahr darauf eine Auszeichnung an der IPO, die diesmal im Nachbarland Estland in Tartu stattfand.

Gruppenbild von vier Personen neben einem Banner.
Die Schweizer Delegation an der Internationalen Philosophie-Olympiade 2014 in Vilnius. Bild: Privat

Die Wissenschafts-Olympiaden in 11 Fachdisziplinen liefert Action fürs Hirn und bietet eine Plattform für Gleichgesinnte, Freundschaften und massenhaft Ideen. Die Philosophie der Wissenschaft-Olympiaden ist es, die Neugier von Jugendlichen aus der ganzen Schweiz bereits im jungen Alter zu entfachen und ihre wissenschaftlichen Begabungen zu wecken. Dafür arbeiten nebst der Geschäftsstelle des Verbands Wissenschaft-Olympiade und einem ehrenamtlichen Vorstand gut rund 500 Freiwillige bei verschiedenen Fach-Olympiaden. Gemeinsam organisieren sie Workshops, Lager, Prüfungen sowie die Wettbewerbe, um mit gezieltem Training junge Talente darauf vorzubereiten, sich mit den Besten ihres Fachs auf internationalem Parkett weltweit erfolgreich messen zu können.

Philosophie der Schweizerischen Studienstiftung

Dieser Blick nach Aussen fundiert trainierter Teams aus der Schweiz ist als wichtiges Fundament für eine starke Wissenschaft in der Schweiz mit internationaler Vernetzung eine Erfolgsgeschichte. Daran knüpft die Schweizerische Studienstiftung an. Sie bringt Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, die ihre Perspektiven teilen und im gemeinsamen Lernen neue Ideen entwickeln. Der intergenerationelle Austausch hat einen grossen Stellenwert, der mit Hilfe der Geschäftsstelle, dem Stiftungsrat und einem grossen Netzwerk an Freiwilligen ermöglicht wird. So haben 2025 rund 164 Assessorinnen und Assessoren Ihre Expertise ehrenamtlich an den eintägigen Auswahlseminaren eingebracht. Sie prüfen die Bewerbung junger Menschen mit hervorragenden intellektuellen Fähigkeiten auf ihre Motivation und Persönlichkeit sowie ihr Interessenspektrum und gesellschaftliches Engagement. Nach Einzelinterviews und Gruppendiskussionen konnten im letzten Jahr 170 Personen bzw. 73% aller zum Auswahlseminar eingeladenen Kandidierenden neu ins Förderprogramm der Studienstiftung aufgenommen werden, welches fast 1000 Geförderte zählt. Diese erhalten Zugang zu ehrenamtlicher Unterstützung im Rahmen von Mentoring durch Professorinnen und Professoren sowie den Angeboten der Studienstiftung wie Auslandstipendien und einem vielfältigem Bildungsprogramm mit jährlich über 100 Veranstaltungen mit nationalem und internationalem Fokus. Die Vielfältigkeit dieses Netzwerkes motiviert viele nachhaltig auch nach der Förderung durch die Stiftung weiterhin Teil des Ganzen zu sein – sei es im Mentoring, an Auswahlseminaren oder als Mitglied des Ehemaligenvereins Suivi.

Eine junge Frau hält eine Präsentation vor Publikum.
Lara Gafner begrüsst das Publikum am jährlichen Tag der Wissenschafts-Olympiaden. Bild: Wissenschafts-Olympiade

Engagement für das Potential der Bildung

Der persönliche Einsatz für intergenerationelles Lernen und inzwischen auch Lehren liegt Lara Gafner entsprechend am Herzen. Sie engagiert sich vielseitig im Beruf, bei der Ausbildung oder im Ehrenamt. Auf der Geschäftsstelle der Wissenschafts-Olympiade arbeitet sie im Bereich Kommunikation. Dort gefragte Skills kann sie gut einsetzen als Fachlehrperson in Philosophie und im Rahmen ihres Studiums an einer pädagogischen Hochschule. Gleichzeitig übernimmt sie Verantwortung im Ehrenamt. Sie präsidiert die Philosophie-Olympiade in der Schweiz und fungiert als Assessorin bei der Schweizerischen Studienstiftung.


Kontakt
Claudia Lippuner, SBFI Talentförderung claudia.lippuner@sbfi.admin.ch +41 58 463 79 84
Autoren/Autorinnen
Claudia Lippuner
Irina Mayer