Forschungsinfrastrukturen zukunftsfähig gestalten

Mit einem neuen Positionspapier zum nationalen Forschungsinfrastruktur-Ökosystem der Schweiz stösst das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) eine Diskussion über dessen zukünftige Entwicklung an. Im Zentrum stehen Fragen der strategischen Steuerung, der langfristigen Finanzierung und der koordinierten Weiterentwicklung.

22.09.2026
Autor/in: Deborah Studer
Leuchtende blaue und pinke Linien bilden ein Netz.
Ein starkes Forschungsinfrastruktur-Ökosystem lebt von Vernetzung und Zusammenarbeit. Das koordinierte Zusammenspiel von Hochschulen, Förderorganisationen, Forschungseinrichtungen und internationalen Partnern schafft die Grundlage für exzellente Forschung und Innovation. Bild: Adobe

Forschungsinfrastrukturen sind eine zentrale Voraussetzung für exzellente Forschung und Innovation. Sie ermöglichen den Zugang zu modernsten Anlagen, Daten, Technologien und Dienstleistungen und stärken damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Schweiz. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Forschungsinfrastrukturen und der steigenden Kosten kommen der nationalen Koordination und der strategischen Priorisierung von Investitionen eine wachsende Bedeutung zu.

Ein Überblick über das Schweizer Forschungsinfrastruktur-Ökosystem

Das Positionspapier beleuchtet die Rollen der verschiedenen Akteure und die bestehenden Prozesse für Planung, Evaluation und Finanzierung von Forschungsinfrastrukturen. Gleichzeitig zeigt es auf, wo das bestehende System bereits gut funktioniert und in welchen Bereichen weiterer Koordinationsbedarf besteht.

Klare Regeln und bessere Koordination

Das Positionspapier fordert ein gemeinsames Verständnis darüber, welche Forschungsinfrastrukturen für die Schweiz Priorität haben und von nationaler Bedeutung sind. Einheitliche Kriterien, transparente Evaluationsverfahren und eine engere Abstimmung zwischen Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Förderorganisationen und Bund sollen die strategische Planung der verantwortlichen Akteure vereinfachen. Dadurch sollen Synergien gefördert und der Mitteleinsatz effizienter gestaltet werden.

Nachhaltig finanzieren und Wirkung messen

Forschungsinfrastrukturen benötigen tragfähige und langfristige Finanzierungsmodelle. Die Trägerinstitutionen bleiben hauptverantwortlich für Einrichtung, Betrieb und Unterhalt der Forschungsinfrastrukturen, während der Bund subsidiär unterstützt. Klare Ziele und Indikatoren können den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert aufzeigen, den Forschungsinfrastrukturen schaffen, und als Grundlage für zukünftige Förderentscheide dienen.

Laufende Arbeiten für die BFI-Botschaft 2029–2032

Mit Blick auf die BFI-Botschaft 2029–2032 sind derzeit mehrere Abklärungen zur Förderung von Forschungsinfrastrukturen im Gang. An erster Stelle steht die Weiterentwicklung des Roadmap-Prozesses, der die Planung neuer nationaler und internationaler Forschungsinfrastrukturen umfasst. Hinzu kommt der Aufbau der Plattform Swiss Portal for Academic Data and Research Infrastructures (SPADRI) durch swissuniversities. Bei den Förderorganisationen hat der SNF im Auftrag des SBFI ein Konzept zur Finanzierung und Evaluation von Forschungsinfrastrukturen erarbeitet. Parallel dazu hat das SBFI das Förderinstruments und den -prozesses für Forschungseinrichtungen von nationaler Bedeutung (Artikel 15 FIFG) extern überprüfen lassen. Die Ergebnisse dieser verschiedenen Abklärungen bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung eines kohärenten und zukunftsfähigen Forschungsinfrastruktur-Systems.


Kontakt
Laetitia Philippe, SBFI Nationale Forschung und Innovation laetitia.philippe@sbfi.admin.ch +41 58 462 97 49
Autor/in
Deborah Studer