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Betriebliche Ausbildungskompetenz am Puls der Praxis

Das Projekt «Stärkung der betrieblichen Ausbildungskompetenz» zielt darauf ab, ein Weiterbildungs- und Unterstützungssystems für die Personen aufzubauen, welche am Lernort für die Ausbildung zuständig sind. Das branchenübergreifende System basiert auf den im Berufsbildnerkurs erworbenen Kompetenzen und ist darauf ausgelegt, den Ressourcen der Betriebe gerecht zu werden. Nach einer Pilotphase werden die neuen Kurse voraussichtlich ab 2025 gesamtschweizerisch angeboten.

10.06.2024
Autoren/Autorinnen: Thomas Rentsch +1
Eine Lernende im Gartenbau wird an einem Stein angeleitet.
Eine hohe Ausbildungskompetenz der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner ebnet den Weg für «Good Stories» im Betriebsalltag. Dies trägt zur Steigerung der Attraktivität der betrieblichen Ausbildung bei.

Lehrbetriebe sowie Berufsbildnerinnen und Berufsbildner stossen oft an ihre Grenzen, wenn es darum geht, die Bedürfnisse der jüngeren Generation zu verstehen und anzusprechen. Der obligatorische Berufsbildnerkurs allein reicht häufig nicht aus und liegt unter Umständen schon Jahre zurück. Es bedarf zusätzlicher Unterstützung und Impulse, um attraktiv für die heutige Jugend zu bleiben oder zu werden. Denn zu den Erfolgsfaktoren von Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern gehören das Vorleben einer Vorbildfunktion, ein zeitgemässer Umgang mit Jugendlichen sowie die Aneignung eines Methodenrucksacks, mit dem sich der Ausbildungsalltag attraktiv gestalten lässt. Das Projekt «Stärkung der betrieblichen Ausbildungskompetenz» der Stiftung TOP-Ausbildungsbetrieb setzt genau hier an und verfolgt unter anderem folgende Ziele: 

Aufbau und Betrieb eines Weiterbildungs- und Unterstützungssystems

Für Personen, die im Betrieb in der Ausbildung Jugendlicher tätig sind, wird ein branchenübergreifendes Weiterbildungs- und Unterstützungssystem aufgebaut. Dieses stützt sich auf die im obligatorischen Berufsbildnerkurs erworbenen Kompetenzen und ist darauf ausgerichtet, den begrenzten Ressourcen der Betriebe gerecht zu werden. Es soll durch hohe Praxisorientierung und Effizienz überzeugen. Allgemeingültige und berufsübergreifende Inhalte werden branchenübergreifend vermittelt, berufsspezifische Inhalte hingegen je nach Berufsfeld. 

Erstellung branchenübergreifender Hilfsmittel und «Good Stories»

Um den Ausbildungsalltag zu erleichtern, werden branchenübergreifende Hilfsmittel erstellt, so dass die einzelnen Organisationen der Arbeitswelt nicht selbst entsprechende Angebote erarbeiten müssen. Eine hohe Ausbildungskompetenz der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner soll zudem den Weg zu inspirierenden Erfolgsgeschichten im Betriebsalltag ebnen. Dies soll dazu beitragen, die Attraktivität der betrieblichen Ausbildung zu steigern.

Unterstützung der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner

Die Unterstützung der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner konzentriert sich auf die Stärkung ihrer Methodenkompetenz sowie auf die Selbstfindung ihrer Rolle als Berufsperson und Ausbilder. Zudem sollen sie ihre Sozialkompetenz im gezielten Umgang mit Jugendlichen der Generationen Z und den nachfolgenden Generationen ausbauen. 

Kursteilnehmende machen eine Übung mit Fäden und verbundenen Augen, bei der eine Person in der Mitte der Fäden steht.
Die Stiftung TOP-Ausbildungsbetrieb bietet Kurse für Berufsbildner an.

Neue Weiterbildungskurse – erste Einblicke 

Um die Bedürfnisse der Betroffenen in die Entwicklung neuer Kurse einzubeziehen, führten die Projektverantwortlichen von TOP-Ausbildungsbetrieb zusammen mit der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) eine wissenschaftliche Studie durch. Rund 5000 Berufsbildnerinnen und Berufsbildner aus der ganzen Schweiz nahmen an der Umfrage teil, um ihre Wünsche bezüglich Weiterbildung zu äussern. Die Studienergebnisse wurden von der EHB ausgewertet und in die Konzeption eines neuen, 10-teiligen Kurssystems integriert. Die entsprechenden Pilotkurse fanden von Oktober 2023 bis Ende April 2024 statt. Sie werden nun aufgrund der Rückmeldungen der Teilnehmenden ausgewertet und gegebenenfalls angepasst. Einer der Kurse konzentrierte sich beispielsweise darauf, eine positive Beziehung zwischen Lernenden und Berufsbildenden als Grundlage der Ausbildung zu stärken. Um sich gegenseitig kennenzulernen, gemeinsame Werte zu erarbeiten sowie gemeinsame Ziele für die Ausbildungszeit zu definieren, absolvieren Lernende und Berufsbildende den Kurs «gemeinsam stark» zusammen. 

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Kontakt
Thomas Rentsch, Stiftung TOP-Ausbildungsbetrieb Geschäftsführer thomas.rentsch@topausbildungsbetrieb.ch +41 62 745 02 20
Autoren/Autorinnen
Thomas Rentsch
TOP-Ausbildungsbetrieb
Tiziana Fantini

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