Berufsmeisterschaften – Höchstleistungen, Teamgeist und Nachhaltigkeit

Ende September hiess es wieder: Berufstalente zeigt euch! Eine zuversichtliche Schweizer Delegation reiste an die 48. WorldSkills in Shanghai, wo die weltweit besten jungen Berufsmeisterinnen und -meister gegeneinander antraten. Auch dieses Jahr wurden Höchstleistung, Teamgeist und Engagement gezeigt.

26.10.2026
Autoren/Autorinnen: Claudia Lippuner, Irina Mayer
Mann in rotem T-Shirt mit gekreuzten Armen, lächelnd
Mario Liechti ist als Schweizermeister an den SwissSkills 2020, Silbermedaillengewinner an den EuroSkills 2021 sowie WorldSkills 2022 heute Ambassador der SwissSkills und Motivator nachkommender Talente der Berufsmeisterschaften. Bild: SwissSkills

Den Grundstein für Höchstleistungen von jungen Schweizer Berufstalenten legen neben der Stiftung SwissSkills und deren Ambassadorinnen und Ambassadoren auch berufsbildende Personen in Unternehmen und Berufsfachschulen, welche junge Lernende nachhaltig anspornen. So berichtet Mario Liechti im Interview mit dem Newsportal E2, dass bei ihm bereits sehr früh während der Lehre das Feuer für die SwissSkills entfacht wurde. Das hat ihn motiviert, sich bis heute neben Berufsleben und Weiterbildung für nachkommende Generationen junger Berufstalente zu engagieren. So hat er Ende September die mit grossem Teamgeist ausgestattete Schweizer Delegation an die WordSkills in Shanghai begleitet – ein besonderes Highlight für den jungen Elektroniker, der 2022 selber an den WorldSkills teilgenommen und Silber gewonnen hatte. Damals hatte die Corona-Pandemie allerdings eine dezentrale Veranstaltung des Events erfordert, weswegen Mario Liechti die WorldSkills in Bern und nicht wie geplant in Shanghai erlebte. 

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Frühe Talentförderung in allen Bildungsbereichen zahlt sich aus

Erfolgreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Meisterschaften auf nationaler oder internationaler Ebene sind personifizierte Aushängeschilder des robusten und wettbewerbsfähigen Schweizer Berufsbildungssystem. Als wichtiger Pfeiler des durchlässigen Bildungssystems zeigt es, dass Ausbildungen mit verschiedenen Orientierungen zum Erfolg führen und sich individuelle Motivation und Leistung lohnen. So ist es eine bildungspolitische Priorität des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation, ausserschulische Talentförderung sowohl in der Allgemeinbildung als auch in der Berufsbildung substanziell zu unterstützen. Neben dem Nationalen Wettbewerb der Stiftung Schweizer Jugend forscht – welche durch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsolympiade und der Schweizerischen Studienstiftung Synergien mit SwissSkills schafft – werden Berufstalente auch direkt von SwissSkills gefördert und gefordert. Die zentralen Schweizer Berufsmeisterschaften finden alle zwei Jahre statt und machen jeweils rund 150 Berufe erlebbar. Während sechs Tagen messen sich hier die Teilnehmenden mit ihren Kolleginnen und Kollegen in 90 verschiedenen Branchen um die begehrten Medaillen. Das SBFI unterstützt die Aktivitäten der Stiftung SwissSkills jährlich mit zwei bis drei Millionen Franken. Damit setzt sich der Bund zusammen mit den Berufsverbänden und Kantonen für eine attraktive und zukunftsorientierte Berufsbildung ein. Zudem ermöglicht er zusammen mit den Berufsverbänden und anderen Sponsoren die Teilnahme junger Schweizer Berufstalente an den internationalen Meisterschaften EuroSkills und WorldSkills. Die intensive Vorbereitung auf die Wettkämpfe und die Reise ins Ausland erfolgt im Rahmen des SwissSkills National Teams.  

Mann in rotem T-Shirt, am Löten
Mario Liechti beim Löten der Leiterplatte an den WorldSkills 2022. Bild: SwissSkills

Fundament Talentförderung

Mario Liechti ist in jeder Hinsicht begeistert von den Berufsmeisterschaften. Für ihn haben sie einen ganz besonderen Wert, da sie ihn nicht nur beruflich, sondern vor allem auch persönlich weitergebracht haben und heute noch weiterbringen. Jedes zusätzliche Problem, das er auch in stressigen Situationen – sei es im Beruf oder eben an Wettbewerben – lösen konnte, führte zu einem höheren Mass an Resilienz. Dies hilft ihm nun während des Studiums an der Fachhochschule Nordwestschweiz, welches er gegenwärtig berufsbegleitend im Bereich Elektro- und Informationstechnik absolviert. Seine Leistungen und die Durchlässigkeit des Schweizer Bildungssystems ermöglichten ihm dieses Studium. Denn junge Berufsprofis mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis und einer Berufsmatur haben direkten Zugang zu Bachelor- und Master-Ausbildungen an Fachhochschulen. Es gibt keinen Abschluss ohne Anschluss: Auch Wege in die universitären Bildungsinstitutionen sind dank Zusatzprüfungen offen. 

Engagement für das Potenzial der Berufsbildung

Nach wie vor beginnen rund zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz obligatorischen Schulzeit ihre Berufskarriere mit einer Lehre. Grund dafür sind die verhältnismässig guten späteren Beschäftigungsaussichten sowie die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Drei Männer, lächelnd, vor Bildschirm
Mario Liechti (links) und Melvin Deubelbeiss (rechts) zusammen mit Andrin Kästli, Kandidat WorldSkills 2024 in Lyon anlässlich eines internationalen Vorbereitungswettkampf in Nanning, China. Bild: Privat

Eine gute Passung zwischen Arbeitsmarkt und praxisorientierter Ausbildung braucht entsprechende Pflege. Einen Beitrag dazu leisten Personen, die sich im Rahmen von Berufsmeisterschaften mit Herzblut für die nächste Generation einsetzen. Entsprechend wichtig ist es, wenn junge talentierte Berufsleute – und insbesondere natürlich erfolgreiche Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner wie Mario Liechti – Mitglied des SwissSkills Ambassador-Programms werden.