Die globale Vernetzung der Schweiz in Forschung und Innovation
Die Wissenschaftsrätinnen und -räte des Swissnex-Netzwerks verbinden weltweit Innovations- und Forschungsökosysteme und stärken die internationale Wissenschaftskooperation der Schweiz.
Das Swissnex-Netzwerk und seine Wissenschaftsrätinnen und -räte tragen wesentlich zur globalen Präsenz der Schweiz in Forschung und Innovation bei. Dies zeigt sich insbesondere an den sechs Hauptstandorten, reicht jedoch weit darüber hinaus: Mehr als 20 Aussenstellen an Schweizer Botschaften gehören ebenfalls zum weltweiten Netzwerk, darunter die zwei jüngsten Standorte in Kenia und Polen. Das Netzwerk wirkt über verschiedene Verbindungen ‒ einige sind gut sichtbar, andere entfalten ihre Wirkung eher im Hintergrund über Regionen und Institutionen hinweg. Letzteres gilt insbesondere für die Wissenschaftsdiplomatie, wo Fortschritte oft über längere Zeit durch langfristiges Engagement, Vertrauen und nachhaltige Kooperation entstehen.
Die Wissenschaftsrätinnen und -räte von Swissnex agieren an der Schnittstelle von Wissenschaft, Innovation und Diplomatie. Sie vernetzen Universitäten, Forschungsinstitute, Industrie und Politik und fördern zugleich die bilaterale Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und ihren Partnerländern. An vielen Standorten hat sich ihr Aufgabenfeld im Laufe der Zeit erweitert: Teams sind gewachsen und entwickeln zunehmend vielfältige Initiativen ‒ ein Spiegel der steigenden Bedeutung internationaler Kooperation in Forschung, Bildung und Innovation.
Die folgenden Beispiele aus Canberra, Ottawa, Rom und Seoul zeigen, wie dieses weltumspannende Netzwerk Partnerschaften stärkt und die internationale Zusammenarbeit vorantreibt.
Canberra ‒ Zusammenarbeit in nachhaltiger Energie und Mobilität
Wissenschaftsrat Tristan Piguet bringt die schweizerische und die australische Forschungs- und Innovationslandschaft zusammen, mit besonderem Fokus auf die komplementären Stärken der beiden Länder. Die Kooperation umfasst vielversprechende Themen wie Gesundheit, Astrophysik und Raumfahrt, kritische Technologien sowie nachhaltige Energie und Mobilität.
Im Energiesektor bringt die Schweiz ihre Expertise in den Bereichen saubere Technologien, Ingenieurwesen und fortschrittliche Fertigung ein, während Australien Grössenvorteile, führende Kompetenz in erneuerbaren Energien und starke Innovationsprüfstände bietet. Ein aktuelles Beispiel ist die Veranstaltung Innovation in Motion, die bei Pilatus Aircraft Australia in Adelaide stattfand. Sie brachte Fachleute aus beiden Ländern zusammen, um über nachhaltige Energie zu diskutieren und Kooperationsmöglichkeiten in Bereichen wie nachhaltige Flugtreibstoffe, Solarenergie und emissionsarme Mobilitätslösungen auszuloten.
Ottawa ‒ Kooperation in KI und Biowissenschaften
In Ottawa engagiert sich Wissenschaftsrat Urs Obrist für den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den schweizerischen und kanadischen Forschungs- und Innovationsökosystemen in mehreren strategischen Schlüsselthemen. Veranstaltungen an der Botschaft verdeutlichen das Potenzial gemeinsamer Initiativen in Quantenwissenschaft und -technologie, Klima und Nachhaltigkeit, Life Sciences und Gesundheit sowie KI.
In den beiden letztgenannten Feldern organisierte die Botschaft in Zusammenarbeit mit der Universität Toronto im November 2025 ein schweizerisch-kanadisches Innovationssymposium zu KI-gestützter Präzisionsonkologie und Medikamentenentwicklung. Führende Forschende der Universität Toronto, der ETH Zürich und der ETH Lausanne sowie Vertreterinnen und Vertreter der Life-Science-Industrie präsentierten ihre Arbeiten vor rund 200 Teilnehmenden. Das Symposium stiess nicht nur Diskussionen über zukünftige Kooperationsprojekte an, sondern bot auch eine Plattform für Schweizer Life-Science-Start-ups, die am ersten von Innosuisse unterstützten und von Swissnex organisierten Start-up-Camp in Kanada teilnahmen.
Für 2026 sind weitere Initiativen geplant, darunter eine hochrangige Wissenschaftsdelegation unter der Leitung von Staatssekretärin Martina Hirayama, eine schweizerisch-kanadische Innovationstagung zur Polarforschung sowie ein GESDA-Gipfel zur Wissenschaftsdiplomatie.
Rom ‒ Ausbau bilateraler Forschungsnetze
An der Schweizer Botschaft in Rom setzt sich Wissenschaftsrätin Alessia Ferrucci für engere Verbindungen zwischen den schweizerischen und italienischen Forschungs- und Innovationsakteuren ein. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aufbau eines belastbaren bilateralen Netzwerks zwischen Ministerien, Universitäten und Forschungseinrichtungen, insbesondere in Bereichen wie Quantentechnologie, KI und Raumfahrt. Zu den konkreten Initiativen zählen die Wiederbelebung des Science Club in Rom, der die Botschaft als zentrale Plattform für die Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Innovation neu positioniert, sowie die Organisation der Veranstaltung Horizon Europe: CH-ITA together for competitiveness. Dort wurden gemeinsame Projekte in Robotik und nachhaltiger Energie vorgestellt. Diese Aktivitäten tragen dazu bei, die bilaterale Kooperation sichtbarer und strukturierter zu gestalten.
Seoul ‒ Wissenschaftsdiplomatie für planetare Herausforderungen
In Seoul leitet Wissenschaftsrätin Alessandra Apicella ein engagiertes Team, das Schweizer Akteure mit dem dynamischen Forschungs- und Innovationsökosystem Südkoreas vernetzt ‒ insbesondere in den Bereichen Life Sciences, Quantentechnologie, Raumfahrt und Nachhaltigkeit. Eine zentrale Initiative ist Soil Stories, Teil des Programms Swissnex for the Planet, das in Seoul als Plattform für planetare Diplomatie lanciert wurde. Die Initiative bringt Forschende, Innovatoren, politische Entscheidungsträger und Kunstschaffende zusammen, um Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährungssysteme und Bodengesundheit gemeinsam zu reflektieren. Durch den sektorübergreifenden Dialog entstehen Impulse für langfristige und wirksame Kooperationen. Nach der Ausgabe 2025 wurde das Projekt im März 2026 mit Soil Stories Reconnected fortgesetzt. Der öffentliche Dialog beleuchtet die Bedeutung des Bodens als lebenswichtige Grundlage für Landwirtschaft, Biodiversität und menschliches Leben aus Perspektiven der Forschung, regenerativer Praktiken und kreativer Ansätze.
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